landwirtschaft.ch > Diverse Themen > Forschung
Bäuerliches Einkommen sank 2009
31.08.2010 - (lid) – Im letzten Jahr sank das landwirtschaftliche Einkommen gegenüber 2008 um 6 Prozent auf 60‘300 Franken pro Betrieb. Der durchschnittliche Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft reduzierte sich um 1,3 Prozent und betrug 41‘200 Franken.
Das ergab die Auswertung von Buchhaltungsdaten durch die Forschungsanstalt Agroscope ART in Tänikon. Die Rohleistung (Erlöse aus dem Produktverkauf plus Direktzahlungen) nahm um 0,5 Prozent zu. Die Produktionskosten (Dünger, Personal, Energie und anderes) stiegen aber um 2,7 Prozent an, weshalb das landwirtschaftliche Einkommen zurückging.
Grund für das gesunkene Einkommen sei der durch agrarpolitische Massnahmen verursachte Preiszerfall, wie der Bauernverband in einer Medienmitteilung vom 31. August schreibt. So hätte die Aufhebung der Milchkontingentierung zu einer starken Ausdehnung der Milchmenge geführt, was den Produzentenpreis drückte. Innerhalb eines Jahres sei dieser um mehr als 20 Rappen pro Kilogramm Milch gesunken. Bei der Pflanzenproduktion führten die Abschaffung verschiedener Marktstützungsmassnahmen bei Kartoffeln, Ölsaaten und Mostobst und die Reduktion des Grenzschutzes beim Getreide zu tieferen Erlösen.
Mit dem sinkenden Einkommen seien die Bauern vermehrt von den Direktzahlungen abhängig. Dies könne aber nicht Ziel der Agrarpolitik sein, schreibt der Bauernverband. Dieser fordert von der Politik, dass der Einkommenssicherung höchste Priorität eingeräumt werden müsse. Vor allem solle auf Grenzöffnungsschritte wie beispielsweise ein Freihandelsabkommen mit der EU verzichtet werden.
