landwirtschaft.ch > Agrarpolitik > Verbände
Hoteliers machen sich für Agrarfreihandel stark
24.01.2012 - (lid) – Die Schweizer Hotellerie leidet unter dem starken Franken. Tiefere Einkaufspreise bei Lebensmitteln würde die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Hotelleriesuisse fordert deshalb einen Freihandel im Agrar- und Lebensmittelbereich.
„Hätte das Schweizer Gastgewerbe im Jahr 2010 für seine Vorleistungen im Agrar- und Nahungsmittelbereich zu österreichischen Preisen einkaufen können, hätte dies eine Ersparnis von 1,1 Mia. Franken zur Folge gehabt,“ erklärte Christian Hunziker vom Wirtschaftsforschungsinstitut BakBasel vor den Medien. Im Auftrag von hotelleriesuisse hat er und sein Team untersucht, wie ein Agrarfreihandel die Nahrungsmittel-Preise beeinflussen würde. Ergebnis: Je nach Szenario resultieren tiefere Preise zwischen 2,4 und 4,7 Prozent, was einem Sparpotenzial von 724 bis 1‘347 Mio. Franken entsprechen würde.
Christoph Juen, Geschäftsführer von hotelleriesuisse, betonte denn auch, dass günstigere Lebensmittel die Schweizer Hotellerie gegenüber der ausländischen Konkurrenz wettbewerbsfähiger machen würden. Den Hoteliers bereitet der starke Franken grosse Sorgen. Zwar habe man den Preisunterschied gegenüber den umliegenden Ländern in den letzten Jahren verringern können. Der starke Franken habe dies innert kürzester Zeit wieder zunichte gemacht, erklärte Guglielmo Brentel, Präsident von hotelleriesuisse. Gemäss BakBasel lagen die Preise für Beherbergung und Gastronomie in der Schweiz im Jahr 2010 durchschnittlich 22 Prozent über denjenigen in Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien.
Ein Agrarfreihandelsabkommen würde den Strukturwandel in der Landwirtschaft beschleunigen, schreibt der Schweizerische Bauernverband (SBV) in einer Medienmitteilung. Davon betroffen wäre auch der Tourismus, zumal Bauern für eine abwechslungsreiche Landschaft sorgen würden. Der SBV betont zudem, dass auf der Kostenseite die Personalaufwände mehr zu Buche schlagen als Lebensmittel. Ausserdem kämen in der Gastronomie oft vorverarbeitete Lebensmittel zum Einsatz, wo die Rohstoffpreise nicht entscheidend seien.
Die Zusammenfassung der Studie:
- Links:
- http://bit.ly/zBNrya