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Landwirtschaft zwischen Sehnsucht und Realität
31.08.2010 - (lid) - An der Jubiläumsfeier 150 Jahre landwirtschaftliche Berufsbildung im Kanton Bern bezeichnete David Bosshart, Chef des renommierten Gottlieb Duttweiler Institutes für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI), die Landwirtschaft als Fundament der Wirtschaft, zudem war er überzeugt, dass uns die Natur nicht brauche.
In seiner Ansprache zum Thema „Konsum, Ernährung, Landwirtschaft morgen: zwischen Sehnsucht und Realität“ verlangte David Bosshart, der Geschäftsführer des GDI, dass die Landwirtschaft global auf ein gesundes Fundament gestellt werden müsse, damit die Welt Perspektiven habe. Denn das in Wirtschaft und Gesellschaft verbreitete Credo „Schneller, besser, billiger“ sei ein Trugschluss und funktioniere ganz sicher bei der Landwirtschaft nicht - denn Landwirtschaftliche Produkte würden immer „vom Boden und vom Himmel abhängen“. In der Natur gälten andere Grundsätze. „Machen wir uns nichts vor, der Natur sind wir egal, sie braucht uns nicht“, so David Bosshart.
Vor der Festgemeinde im Inforama Rütti plädierte der GDI-Chef für mehr Bodenhaftung und Wertschätzung. „Je mehr Auswahl wir haben, desto wichtiger werden die Werte“, sagte Bosshart. Heute kennen zu viele Leute den Preis aber wissen kaum um den Wert der Lebensmittel. Zudem würden wir mit der immer stärkeren Verarbeitung der Produkte an Grenzen stossen. Er forderte eine Neuorientierung in der Beziehung zum Essen. Die emotionale Beziehung zu den Lebensmitteln sei weitgehend verloren gegangen. Selber kochen und gemeinsame Mahlzeiten einnehmen müsse vermehrt gefördert werden. „Iss weniger , konsumiere weniger und wirf weniger weg“, lautete der Aufruf Bossharts an die heutigen Konsumenten.
An die Adresse der Banker sagte er, dass die Gesellschaft nötigenfalls ohne Banken überleben könnte, aber nicht ohne Landwirtschaft. Dem Direktor des Inforama, Andreas Gasser riet Bosshart, er solle mal Banker ans Inforama holen.

