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EU: Direktzahlungs-Umlagerung führt zu Einkommenseinbussen
09.03.2010 - (lid) - Bei einem umfangreichen Abbau der produktionsgebundenen Direktzahlungen (erste Säule) müssten die europäischen Landwirte hohe Einkommenseinbussen hinnehmen, selbst wenn die Stützung für die ländliche Entwicklung verdoppelt würde.
Das geht gemäss Agra-Europe aus einer Studie hervor, die im Auftrag der Europäischen Kommission gemeinsam vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg, dem Landbauökonomischen Institut (LEI) in Wageningen und dem Europäischen Zentrum für Umweltforschung (ECNC) in Tilburg erstellt wurde. Eine vollständige Abschaffung der erste Säule würde gemäss der Studie Scenar 2020 II die Einkommen im Ackerbau um annähernd 30 Prozent und in der Viehhaltung um 60 Prozent senken, verglichen mit einem Referenzszenario, das bereits eine Kürzung der Direktzahlungen um 30 Prozent vorsieht. Ein Liberalisierungsszenario würde gemäss den Forschern eine weitere Konzentration der EU-Agrarproduktion auf Hauptproduktionsgebiete und die Aufgabe von Betrieben in Randgebieten führen. Die Anzahl der Betriebe würde gemäss Agrarpressedienst AIZ in Osteuropa um 40 Prozent und in der alten EU-15 um 25 Prozent abnehmen.
Pekka Pesonen, der Generalsekretär der Dachorganisation der EU-Landwirte und Genossenschaften Copa-Cogeca, fordert im Hinblick auf die weltweit steigende Nachfrage von Lebensmitteln eine starke gemeinsame Agrarpolitik (GAP). "Eine starke GAP, welche weiterhin Direktbeihilfen an die Landwirte vorsieht, ist daher unabdingbar für die Zukunft, wenn eine wettbewerbsfähige, nachhaltige Landwirtschaft erhalten bleiben und der Verfall grosser Flächen verhindert werden soll," so Pesonen in der Pressemitteilung von Copa-Cogeca.
