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Zuckerrüben

Anlieferung in der Zuckerfabrik
© AGRIDEA

Auswirkungen der Anbautechnik auf die Qualität

Positiv
Negativ
  • dichte, lückenarme Bestände
  • zurückhaltende N-Düngung, keine Gaben nach dem 6-Blatt-Stadium
  • Sorten mit hohem Zuckergehalt
  • gesunder Bodenzustand
  • gesunde Kulturen, wenig Blattpilze
  • späte Ernte; «reife», eher blattarme, «blonde» Rüben
  • sorgfältige Ernte
  • sachgemässe Zwischenlagerung
  • grosse Mistgaben, wegen später Freisetzung von Bodenstickstoff
  • Rizomaniabefall; vor allem, wenn in befallenen Parzellen nicht tolerante Sorten gesät werden
  • humusreiche Böden mit hoher Stickstoffnachlieferung
  • windarme Tallagen mit häufigem Bodennebel
  • schlecht strukturierte und verdichtete Böden
  • kalkarme Böden (tiefer pH)
  • knappe Bor- und Mangan-Versorgung
  • faule Rüben

Bewertung und Bezahlung durch die Zuckerfabrik

Sämtliche Bestimmungen werden jährlich in der Branchenvereinbarung der Interprofession ZAF/SVZ festgelegt.

Vertragsmenge

Die gesetzlich vorgeschriebene Höchstmenge der jährlichen schweizerischen Zuckerproduktion aus konventionellem Anbau beträgt 185’000 Tonnen Zucker. Sie wird aufgeteilt in eine A- und eine
B- Zuckerquote. Die Zuckerproduktion über diese Menge hinaus wird als C-Zucker bezeichnet.

Jeder Pflanzer hat Lieferrechte in Form von A- und B- Zuckerquoten.

Informationen zum Biolandbau

Der Bedarf ist wesentlich höher als das Angebot. Es werden Bio-Zuckerrübenpflanzer gesucht.

Gewichtsbestimmung

Mittels Probenahme wird der Anteil Erd-, Stein-, Blatt- und Krautbesatz der Lieferung ermittelt. Dieser wird von der Gesamtliefermenge abgezogen.

Rübenpreis

Grundpreis

Die Grundpreise (Zuckergehalt von 16 %) für A-, B- und C-Rüben sowie Bio-Rüben werden jährlich in der Branchenvereinbarung festgelegt.

Zuckergehalt

Für Mehr- oder Mindergehalt an Zucker werden zum Grundpreis Zuschläge oder Abzüge gemacht.

Qualitätsbezahlung

Qualitätskriterium ist die technische Ausbeute jeder einzelnen Lieferung.

Die Berechnung der Ausbeute erfolgt über die Messung der Kalium-, Natrium- und Alpha-Amino-Stickstoff-Gehalte.

Erdanhang

Für Lieferungen mit geringem Erdanhang wird ein Bonus gewährt. Für erhöhten Erdbesatz wird ein Abzug vorgenommen.

Früh- und Spätablieferungsprämie

Die zuschlagsberechtigten Zeitabschnitte sind in der Branchenvereinbarung festgelegt.

Transportkostenbeitrag

Für längere Transportdistanzen wird ein Beitrag an die Kosten entrichtet.

Nebenprodukte der Zuckerproduktion

1 Tonne Zuckerrüben ergibt zirka:

  • 150 kg Reinzucker
  • 220 kg Presschnitzel mit 18 - 20 % TS oder 50 kg Trockenschnitzel
  • 30 kg Melasse
  • 40 kg Ricokalk (fällt an in der Zuckerfabrikation)
Ricokalk

Ricokalk entsteht durch die Verwendung von Jurakalk zur Saftreinigung. Er enthält Phosphor und Magnesium und eignet sich zur Kalkdüngung auf Bio- und ÖLN-Betrieben. (Auf Tier-intensiven Betrieben P-Bilanz beachten!)

Gehalte in kg pro Tonne Ricokalk:

540 kg
CaCO3 (= 220 kg/t Ca)
10 kg
P2O5
6 kg
Mg
100 kg
organische Substanz

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