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Kartoffeln

Chemische Krautvernichtung, Abbrennen
© AGRIDEA

Ziele

  • Schalenfestigkeit und Lagerungsqualität verbessern.
  • Knollengrösse begrenzen (wichtig bei Agria).
  • Bei Saatkartoffeln obligatorisch: Infektion der Knollen mit Viren wird reduziert. Krautbeseitigung, wenn sich die Blattläuse stark vermehren.
  • Bei Speisekartoffeln: Stärkegehalt wird limitiert -> die Knollen bleiben fest beim Kochen (vor allem bei Bintje).
  • Gefahr des Knollenfäulebefalls reduzieren.
  • Ernte erleichtern.
  • Spätverunkrautung verzögern.
  • Mittels Probegrabungen wird der Zeitpunkt bestimmt

    siehe Merkblatt Kartoffelqualität selbst einschätzen

Informationen zum Biolandbau

Methoden der Krautentfernung

Krautschläger
  • Kostengünstigstes Verfahren, aber nur in abgereiften Beständen möglich
  • Bei Krautfäulebefall muss das Kraut möglichst früh abgeschlegelt oder gemäht werden, damit die Krankheitserreger nicht auf die Knollen übergehen.
  • Möglichst vor einer Wärmeperiode durchführen
  • Krautschläger mit Krautablage in Furchen einsetzen
  • Möglichst vor einer Wärmeperiode durchführen
  • Der Traktor muss genügend leistungsfähig für den Schleger sein.
  • Bereifung so wählen, dass die Dämme nicht beschädigt werden.
  • Die ideale Arbeitsgeschwindigkeit liegt bei 4.5 bis 5.0 km/h.
  • Verbleibende Stängel sollten ca. 20 cm lang sein, damit sie von den Trennelementen des Vollernters ausreichend erfasst werden können.
Abflammen
  • Verfahren: Propanbrenner erzeugt eine Temperatur von 70° C, die Zellwände des Krautes platzen durch die Hitzeinwirkung
  • Das Abflammen reduziert die Verunkrautung und tötet die Sporen, z.B. bei Krautfäulebfall ab.
  • Hoher Energiebedarf und CO2 Ausstoss, ca. 110 kg Propangas pro ha bei rein thermischen Verfahren.
  • Kombination mit einem mechanischen Verfahren (vorgängiges abschlägeln
Krautzupfmaschine
  • Vorwiegend für Saatzuchtbetriebe geeignet. Zwei gegenläufig rotierende Gummiwalzen zupfen die Stauden aus dem Boden. Die Zupfmaschine erlaubt eine sofortige Unterbindung zwischen Knolle und Staude
  • Durch die Maschine wird der Knollenbefall mit RhizoctoniaSklerotien reduziert.
  • Die Knollen müssen 5 – 7 cm im Damm sitzen , da sie sonst aus der Erde gezogen werden
  • Nur in aufrechten, kräftigen Beständen möglich (z.B. Pflanzkartoffeln)
  • Nicht geeignet bei Hanglagen, schweren Böden und feuchten Arbeitsbedingungen

Informationen zum Biolandbau

Krautzupfer

Vorwiegend für Saatzuchtbetriebe geeignet. Zwei gegenläufig rotierende Gummiwalzen zupfen die Stauden aus dem Boden. Die Zupfmaschine erlaubt eine sofortige Unterbindung zwischen Knolle und Staude. Ein grosser Vorteil der Maschine ist die Reduktion des Knollenbefalls mit Rhizoctonia-Sklerotien.

Bedingungen für den Einsatz:

  • Reihenabstand 75 cm.
  • Knollen gut mit Erde überdeckt (5 bis 7 cm).
  • Stauden noch aufrecht und exakt in der Dammmitte.
  • Möglichst ebene Parzellen und gerade Furchen.
  • Die Krautzupfmaschine ist nicht geeignet bei Hanglagen, schweren Böden und bei feuchten Arbeitsbedingungen.

    Informationen zum Biolandbau

    Thermische Krautbeseitigung

    Mit Hilfe eines Propanbrenners wird eine Temperatur von ungefähr 70 °C erzielt. Die Zellwände des Krautes platzen durch diese kurze Hitzeeinwirkung. Das Kraut sowie die Unkräuter sterben ab. Bei einer Geschwindigkeit von 2.5 km/h und einem Gasdruck von 10 bar werden pro ha ungefähr 110 kg Propangas verbrannt.

    Vorteile
    • Vollständige Verbrennung des Propans, keine Rückstände.
    • Bremst die Nachverunkrautung und die Verbreitung von Krautfäulesporen.
    • Genügende Wirksamkeit bei bereits abgehendem Kraut.
    Nachteile
    • Hoher Energiebedarf.
    • Höhere Kosten als bei chemischer Krautbeseitigung.
    • Beträchtliche Geruchs- und Rauchentwicklung.
    • Knappe Wirkung bei gesundem Laub in vollem Wuchs.
    • Ungenügende Wirkung bei Saatgutproduktion.

    Eine Kombination mit einem mechanischen Verfahren reduziert den Propanbedarf auf ca. 70 kg/ha.

    Chemische Krautbeseitigung

    Informationen zum Biolandbau

    Im biologischen Anbau sind chemisch-synthetische Mittel zur Krautbeseitigung verboten.

    Die Auslieferung von Gelbspritzmitteln (DNOC, Dinoseb) ab Werk ist seit Juni 2002 wegen ungünstigen Umwelteigenschaften eingestellt. Restbestände dürfen noch aufgebraucht werden.

    Alternativen:

    • tiefes Schlegeln des Kartoffelkrautes
    • thermisches (verbrennen mit Gas) Vernichten des Krautes
    • Kombination von mechanischer mit chemischer Krautbeseitigung
    • Ausweichen auf ökologisch vertretbare Produkte wie: Basta, Spotlight, Firebird oder Alzodef
    Abbrennmittel kombiniert mit mechanischer Krautbeseitigung

    Die Wirkung von Herbiziden zur Krautbeseitigung kann durch ein vorgängiges Abschlegeln der Stauden verbessert werden, weil so die Eindringfläche für Herbizide vergrössert und ein Teil der Blattfläche bereits zerstört wird.

    • Das Kraut wird auf einer Höhe von ungefähr 15 bis 30 cm geschlegelt.
    • Mit zwei seitlich gegen die Dammflanken hin installierten Düsen wird ein Band von ungefähr
      30 cm Breite mit Abbrennmittel behandelt.
    • Mit diesem Verfahren kann die Aufwandmenge an Abbrennmittel auf ungefähr 40 % der Menge der rein chemischen Krautbeseitigung gesenkt werden.
    • Um die Wirkung zu verbessern ist es vorteilhaft, Abbrennmittel mit halber Dosierung im Abstand von 10 bis 24 Stunden in 2 Arbeitsgängen zu spritzen (gilt bei Gelbspritzmittel).
    • Vorgängiges Schlegeln wird vor allem bei den neuen Mitteln Carfentrazone (Spotlight) und Pyraflufen-ethyl (Firebird) empfohlen.

    Angaben zu den Abbrennmitteln:

    siehe Pflanzenschutzmittel im Feldbau

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