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Winterroggen

Hackstriegel zusammenklappbar
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Allgemeines

Einseitige und problematische Unkrautbestände können mit mechanischen Massnahmen allein nicht erfolgreich reguliert werden. Im Biolandbau, wo der Einsatz von Herbiziden verboten ist, erhalten die indirekten Massnahmen bei der Unkrautregulierungsstrategie eine stärkere Bedeutung. Ziel muss sein, von der Saat bis Ende der Bestockung die Getreidebestände möglichst unkrautarm zu halten (5 - 10% Unkrautdeckungsgrad je nach Unkrautarten zur Bestockung sind ohne wirtschaftliche Einbusse tolerierbar).

Vorbeugende und indirekte Massnahmen

  • Getreideanteil in der Fruchtfolge max. 50% (Klebern, Windhalm, Ackerfuchsschwanz sind typische Getreideunkräuter).

    Siehe Problemunkräuter

  • Wechsel von Winter- und Sommerkulturen verhindert einseitige Verunkrautung wegen der unterschiedlichen Keimzeiten der Unkräuter.
  • Langhalmige Arten und Sorten mit guter Bodenbedeckung (starke Bestockung, hängendes Fahnenblatt -> Sortenliste) haben bessere Unkrautunterdrückung.
  • Bei grossen Problemen mit stickstoffliebenden Unkräutern (z.B. Gänsefussarten, Amaranth, Klebern, Hühnerhirse, Taubnessel, Kreuzkraut) erst nach der mechanischen Unkrautregulierung güllen.
  • Bei Spätsaaten ist der Unkrautdruck in der Regel geringer.
  • Je nach Unkrautart wirken dichte Zwischenfruchtbestände stark unkrautunterdrückend. Bei hohem Queckenbesatz allerdings die Sommermonate zur intensiven Stoppelbearbeitung nutzen.
  • Kunstwiese hat eine säubernde Wirkung (v.a. gegen Samenunkräuter). Innerhalb der Fruchtfolge nimmt der Unkrautdruck mit zunehmendem Abstand zum Kunstwiesenumbruch zu.

Direkte Massnahmen

Einsatzperioden für die mechanische Unkrautregulierung

Unkrautkur

Bei hohem Unkrautdruck sinnvoll; nach der groben Saatbettbereitung werden die keimenden und auflaufenden Unkräuter durch wiederholtes Eggen bzw. Striegeln stark reduziert.

Voraussetzung: Nur trockene Bedingungen führen zu einem Austrocknen herauf gearbeiteter Wurzelstöcke.

Bei hohem Besatz mit Wurzelunkräutern (Ackerkratzdistel) kann auch ein wiederholtes tiefergehendes Schälen der Getreidestoppeln sinnvoll sein, da die Wurzelrhizome der Distel sowohl horizontal als auch vertikal im Boden verlaufen.

Striegeleinsatz im Getreide
  • Durch Blindstriegeln in der Zeit zwischen Saat und Auflaufen der Kultur werden die flach keimenden Unkräuter zerstört.
  • Wintergerste, Roggen und früh gesäter Winterweizen können noch im Herbst gestriegelt werden.
  • Roggen als Flachkeimer ist vorsichtig zu striegeln.
  • Ausgewinterte Bestände im Frühjahr vor dem Striegeln anwalzen.
  • Hohe Fahrgeschwindigkeiten verbessern die schüttende Wirkung der Geräte.
  • Günstig sind leicht vibrierende Zinken, die die Verschüttwirkung erhöhen.
  • Nach dem Striegeln sollte es mindestens 3 Tage lang frostfrei bleiben.

Hacken und Striegeln

Beim Striegeln mit dem Hackstriegel oder der Netzegge erreicht man die höchste Flächenleistung. Allerdings sind den optimalen Bedingungen für das Striegeln (Wachstumsstadium des Unkrauts, trockener Bodenzustand usw.) häufig Grenzen gesetzt. Hackgeräte sind gegenüber dem Striegel länger und flexibler einsetzbar.

Scharhackgeräte (Abschneiden) wirken auch in späteren Unkrautstadien und zum Teil auch gegen ausdauernde Unkräuter befriedigend. In schweren Böden wirkt das Hackgerät ebenfalls besser.

In schweren Böden und Fruchtfolgen mit längeren Perioden offenen Ackers (über 4 Jahre) ist Hacken dem alleinigen Striegeln vorzuziehen.

Die Kombination von Hacken und anschliessendem Striegeln ist am wirkungsvollsten.

Striegeln und Hacken hat neben der Unkrautregulierung weitere positive Effekte: Die Durchlüftung des Bodens sorgt für einen Mineralisierungsschub, der die Konkurrenzkraft der Hauptkultur gegenüber den Unkräutern erhöht.

Auskämmen

Klebern und teilweise auch Wicken können in einem sehr späten Getreide-Stadium (Ährenschieben) noch bekämpft werden. Der Striegel wird dazu wie ein Kamm über das Getreide gezogen, wodurch die rankenden Unkräuter abgerissen werden. Diese Massnahme reduziert die Erntebehinderung durch Unkräuter.

Blacken und Disteln

Ein günstiger Zeitpunkt für die Bekämpfung der Disteln mit der Hacke oder per Hand sind die Monate März - April bei einer Triebhöhe von 5 - 10 cm. Dann ist der Reservestoffgehalt in den Wurzeln am geringsten. Wenn Hacken, dann kontinuierlich bis zum Bestandesschluss (sonst vermehrende Wirkung). Disteln und Quecken vermehren sich überwiegend über die Wurzel, Blacken über Wurzel und Samen. Um das Aussamen der Blacken zu verhindern, empfiehlt es sich, die Samenstände vor der Ernte abzuschneiden (aus dem Feld tragen und nicht auf dem Mist entsorgen).

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