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Geschichte

(Quelle: oekolandbau.de)

Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise

(seit 1924)

Fundament der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise sind die "Geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft". Diese Vortragsreihe hielt Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, im Jahre 1924.

Das biologisch-dynamische Konzept fasst einen landwirtschaftlichen Betrieb als eine eigenständige, lebendige Wesenheit auf, als "Betriebsorganismus" bzw. "Hofindividualität". Die Grundlage landwirtschaftlicher Tätigkeiten im biologisch-dynamischen Betrieb ist ein "persönliches Verhältnis" zum Naturgeschehen, das Arbeiten und Erkennen miteinander verbindet.

Steiners Theorien wurden vor allem auf Gutswirtschaften in den damaligen Ostprovinzen des Deutschen Reiches erprobt. Noch während der Vortragsreihe wurde 1924 der "Versuchsring anthroposophischer Landwirte" - seit 1933 "Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise" - gegründet. Der anfängliche interne Rundbrief wurde 1930 von der Zeitschrift "Demeter - Monatsschrift für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise" abgelöst. Beratung und Öffentlichkeitsarbeit erfolgte über 20 biologisch-dynamische Auskunftsstellen. Die "Verwertungsgenossenschaft Demeter" vermarktete biologisch-dynamische Erzeugnisse in den 30er Jahren unter dem Gütesiegel "Demeter".

Die 50er und 60er Jahre waren durch zwei Entwicklungen geprägt: Im Mittelpunkt standen nun bäuerliche Familienbetriebe und die Vermarktung derer Erzeugnisse über Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften zu "gerechten" Preisen. Mit der Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse näherten sich die biologisch-dynamischen Konzepte denjenigen des naturwissenschaftlich orientierten ökologischen Landbaus an.

In den 80er und 90er Jahren rückten Ökologie, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Vordergrund: Züchtung an ökologische Landbauverhältnisse angepasster Kulturpflanzensorten, "wesensgemäße" Tierhaltung oder Gestaltung von Kulturlandschaften nach biologisch-dynamischen Prinzipien. Betriebsgemeinschaften wurden zum Leitbild biologisch-dynamischer Landbewirtschaftung.

Organisch-biologischer Landbau

(ab 50er Jahre des 20. Jhdt.)

Begründer der organisch-biologischen Wirtschaftsweise: Der Schweizer Agrarpolitiker Hans Müller (1891 - 1988) und seine Frau Maria (1899 - 1969).

Der organisch-biologische Landbau wurde mit der von dem Agrarpolitiker Hans Müller geleiteten Schweizerischen Bauern-Heimatbewegung begründet. In der ökologischen Landbewirtschaftung sahen die Bauern die Möglichkeit, eine bäuerliche, auf einem christlichen Glaubensverständnis beruhende Lebensweise in der "modernen" Welt zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die bisherigen Grundsätze - Erhalt von Familie und Hof sowie Bewahrung von Heimat und Tradition - wurden ergänzt durch die Verantwortung für Natur (mittels einer nachhaltigen Landbewirtschaftung) und Verbraucher (mit hochwertigen Nahrungsmittel).

Die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel und deren Absatz zu "gerechten" Preisen an eine gesundheitsbewusste Verbraucherschaft, sollte die wirtschaftliche Grundlage bäuerlicher Familienbetriebe sichern. Außerdem wollten die Landwirte ihre Unabhängigkeit - ein zentrales Element bäuerlichen Selbstverständnisses - gegenüber der Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie bewahren. Die organisch-biologischen Erzeugnisse wurden gemeinsam über die Absatz- und Verwertungsgenossenschaft "Heimat" vermarktet: Neben dem Genossenschaftsbund "Migros" und dem Reformwarenunternehmen "Biotta" wurden Verbraucherinnen und Verbraucher direkt über einen Paketversand beliefert.

Maria Müller, Frau von Hans Müller, arbeitete die vorhandene Literatur des natürlichen und des angelsächsischen organischen Landbaus sowie der Landbauwissenschaften auf. Die ökologischen Landbaumaßnahmen erprobte sie in ihrem Garten.

Das Naturhaushaltskonzept - der "Kreislauf der lebendigen Substanz" - des Frankfurter Arztes und Mikrobiologen Hans Peter Rusch (1906 - 1977) bildete den theoretischen Hintergrund des organisch-biologischen Landbaus. Ruschs mikrobiologischer Bodentest diente als Leitschnur und Kontrolle der Landbewirtschaftung.

Letztendlich entwickelten jedoch organisch-biologisch wirtschaftende Bauernfamilien - aufbauend auf traditionellem Wissen und Erfahrungen des Arbeitsalltags - die organisch-biologische Landbaupraxis: eine nicht bzw. flach wendende Bodenbearbeitung, Flächenkompostierung und Fruchtfolgen mit mehrjährigem Futterbau. Die Konzepte wurden über die Bauernheimatschule Möschberg (im Emmental, Schweiz) und Regionalgruppen sowie die seit 1946 erscheinende Zeitschrift "Kultur und Politik" verbreitet.

In den 80er und 90er Jahren rückten die beiden Themen umweltschonende Bodenbewirtschaftung und artgerechte Tierhaltung in den Vordergrund. Des weiteren entstanden professionelle Organisationsstrukturen (wie Anbauverbände und Dachorganisationen des ökologischen Landbaus) und in der ökologischen Landbaupraxis wurden viele Innovationen entwickelt.

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Bilder

Rudolf Steiner, Begründer der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise.Rudolf Steiner, Begründer der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise.
© demeter.de

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Hans und Maria Müller, Begründer der organisch-biologischen Wirtschaftsweise.Hans und Maria Müller, Begründer der organisch-biologischen Wirtschaftsweise.
© wikipedia
Hans Peter Rusch lieferte den theoretischen Hintergrund des biologisch-organischen Landbaus.Hans Peter Rusch lieferte den theoretischen Hintergrund des biologisch-organischen Landbaus.
© wikipedia

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