Archiv Marktkommentare
Bedarf 10% mehr Holz
|
|
Thomas Jäggi | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 30. Juli 2010
Gegenüber Januar 2010 passten die Vertreter der Wald- und Holzwirtschaft ihre Preisvorstellungen deutlich nach oben an, denn die Schweizer Wirtschaft entwickelte sich 2010 bisher über den Erwartungen. Die Baukonjunktur dürfte sich voraussichtlich zwar abschwächen und auch grosse Unsicherheiten sind mit dem Wechselkurs des Euros verbunden. Die Frankenstärke beeinträchtigt ebenfalls die Wettbewerbsposition der Wald- und Holzwirtschaft auf dem internationalen Markt.
Nach einer sprunghaften Nachfrage- und Preisentwicklung in den Frühjahrsmonaten ist die Lage der internationalen Schnittholzmärkte stabil. Im umliegenden Ausland und in der Schweiz ist die Rundholzbelieferung der Sägewerke im Allgemeinen eher knapp, und die Rundholzpreise tendieren nach oben. Die Nachfrage nach Nadelstammholz dürfte weiterhin hoch bleiben. In der Schweiz führen die zum Teil tiefen Rundholzvorräte der Sägereien zusammen mit der erfreulichen Binnennachfrage zu einem erhöhten Bedarf an Nadel-Stammholz.
Für das Jahr 2010 erwartet die Sägebranche einen Mehrbedarf von rund 10%. Für 2011 geht die Branche derzeit von einer weiteren deutlichen Einschnittsteigerung aus. Diese Einschätzungen sind aber stark von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig. Als hemmender Faktor wird die tiefe Nachfrage nach Laub-Stammholz eingestuft, welche die Schlagbereitschaft in Mischbeständen dämpft und sich somit auch nachteilig auf das Angebot von Nadel-Stammholz auswirkt. Als treibender Faktor wirkt die auf den Herbst hin steigende Nachfrage nach Energieholz.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen empfiehlt die HMK den Waldbesitzern, das Anzeichnen anzugehen und die Nutzung der steigenden Nachfrage anzupassen. Sie empfiehlt aber weiterhin, die Holzschläge in Absprache mit den Holzkäufern vorzunehmen und das Gespräch vor Schlagbeginn zu suchen.
Thomas Jäggi, Vertreter des Schweiz. Bauerverbandes in der Holzmarktkommission HMK
