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Verdrängungskampf


 

Kurt Herzog
(Bild: zVg)

Kommentar in der Bauernzeitung vom 29. Oktober 2010

Beim Fleischkonsum findet ein Verdrängungs- und Preiskampf statt, welcher auf die einzelnen Fleischarten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat.

Der Grossviehmarkt zeigt sich unterschiedlich. Gesamthaft zeigt die Produktion ein Plus von 1,4 % gegenüber Vorjahr. Wenn man beim Grossvieh die einzelnen Kategorien anschaut, sind Muni / Ochsen mit -0,9% vertreten, Rinder mit +9,4% und das Verarbeitungsvieh mit +0,3% Produktion gegenüber Vorjahr. Junge Rinder werden ausgemerzt, da keine Exportbeiträge mehr ausgerichtet werden. Dadurch sind mittelfristig weniger Kühe zu erwarten.

Fazit: Die Rindermäster produzieren massvoll und sind für allfällige Marktstörungen im Rindviehsektor nicht verantwortlich. Die Preise für grosses Bankvieh müssten eigentlich steigen.

Die Unbekannte im aktuellen Fleischmarkt ist die Schweineproduktion. Mit einer zusätzlichen Produktion von rund 5% bei einem hohen Gesamtanteil ist das Resultat verheerend für die Schweineproduzenten. Die abwärts drehende Preisspirale hat Fr. 3.30 erreicht. Vollerwerbsbetriebe und Ferkelringe reduzieren nicht und werden die Krise durchstehen. Dadurch wird Rindfleisch weiter unter Druck bleiben. Auch die Wildsaison drückt auf den Rindfleischabsatz.

Unklar bleiben die Rindfleisch-Marktanteile von Label und QM Schweizerfleisch. Produktion und Schlachtungen vermelden sehr unterschiedliche Signale. Die grossen Ladenketten schreiben von Zunahmen im Labelsegment, während Viehhändler von rückläufigen Anteilen sprechen.

Wichtig scheint nach wie vor die Beurteilung der Tränker. Ob AA oder A Tränker, wichtig ist, dass die ungenügende Qualität auf den Märkten stehen bleibt – sie hat nichts in den Mastbetrieben verloren. Wir können nicht den Abnehmern ein gutes Produkt abliefern und selber schlechte Qualität einstallen. Dies dürfen Rindermäster in der kommenden Einstallsaison nicht vergessen und sie müssen ihre Kälberlieferanten und Händler in die Pflicht nehmen.

Kurt R. Herzog, Präsident Swiss Beef

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
5.00
 
Lämmer
10.60
 

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