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Regenwetter hilft dem Bankvieh


 

Brigitte Meier
(Bild: zVg)

Kommentar in der Bauernzeitung vom 25. Juni 2010

Das seit Tagen anhaltend kühle und nasse Wetter lässt die eh schon tiefen Schweinepreise sinken statt steigen. Die Grillsaison und damit der Absatz kommen dieses Jahr nicht richtig in Schwung. Überangebote bestehen vor allem bei den IP-Suisse Schweinen. Bei den Coop Naturafarm Schweinen harzt der Absatz ebenfalls. Somit wird es schwierig, die in den letzten Wochen angereicherten Lager abzubauen. Bald ist zudem schulfrei und die Familien verreisen in die Ferien, so dass mit einem abnehmenden Fleischkonsum gerechnet werden muss. In der Woche 25 wurden die Preise für QM Schlachtschweine um 10 Rp. pro kg Schlachtgewicht auf Fr. 4.20 gesenkt. Ein Schweinemäster erhält damit 60 Rp. pro kg SG weniger als vor einem Jahr. 2008 wurde sogar Fr. 1.10 pro kg SG mehr bezahlt.

Die Schlechtwettertage brachten zwar Absatzschwierigkeiten beim Schweinefleisch, dafür geht es dem Bankviehsektor besser als üblich. An kühlen Tagen wird mehr Rindfleisch gegessen und die Nachfrage ist entsprechend gut. Anstelle von Grillfleisch ist vor allem Hackfleisch gefragt. Im Juni kam es bereits zum zweiten Mal zu einem Preisaufschlag, was eigentlich für diese Saison atypisch ist. Die Schlachthöfe bezahlen für Rinder Fr. 8.10, für Ochsen und Munis Fr. 8.00 pro kg SG. Zudem werden als Ersatz für die fehlenden Kühe Munis geschlachtet, deren Vorderviertel direkt zu Hackfleisch verarbeitet werden. Schlachtvieh ist aufgrund des kleinen Angebots seit Wochen Mangelware. Obschon 1000 Tonnen Importe an Kühen in Hälften den Markt versorgten, konnten die Kuhpreise entsprechend auf Fr. 6.80 pro kg SG für die Qualität T3 angehoben werden.

Dank lukrativen Aktivitäten verläuft auch der Absatz von Kalbfleisch erfreulich. Rund 250 Tonnen Kalbfleisch wurden Ende April als Marktentlastungsmassnahme eingelagert. Seither ist der Kalbfleischmarkt ohne weitere Einlagerungsaktion reibungslos durchgekommen. Die anfallenden Kälber werden laufend verkauft. Mit dem Einstellen der Aktivitäten seit Anfang Woche geht die Nachfrage zurück. Ebenso nehmen die Angebote leicht ab, seit die Älpler in den Bergen sind. Zurzeit halten sich Angebot und Nachfrage knapp die Waage und der Preis hat sich auf Fr. 11.90 pro kg SG für die Qualität T3 stabilisiert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das kalte und nasse Wetter die Lage auf dem Schlachtviehmarkt komplett anders aussehen lässt als in anderen Jahren: Schweine laufen schlecht, dafür ist Bankvieh gefragt.

Brigitte Meier, SBV

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
5.00
 
Lämmer
10.60
 

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