Archiv Marktkommentare
Export ohne Beiträge
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Hans Rüssli (Bild: zVg) | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 16. Juli 2010
Der Viehexport läuft im laufenden Jahr zwar auch ohne direkte Exportbeiträg, jedoch auf einem sehr tiefen Niveau. Gegenwärtig sind es rund 300 Tiere, die exportiert sind und laut Schätzungen des Aargauer CVP-Nationalrates und Präsidenten des Braunviehzuchtverbandes, Markus Zemp, ereicht man heuer einen Nutzviehexport von rund 800 Stück. Das wäre nur noch ein Siebtel der Exporte des Vorjahres.
Laut Zemp springen jetzt Viehhändler aus Norddeutschland, Süddeutschland und Österreich in die Lücke und exportieren mehr Vieh nach Italien, unserem bisherhigen Hauptabnehmer von Schweizer Nutzvieh.
Der Bündner SVP-Nationalrat Marcel Bigger hat letztes Jahr eine parlamentarische Initiative eingereicht, die fordert, dass der Bund wieder den Export von Vieh subventioniert. Mit 14 zu 11 Stimmen empfahl die WAK-Kommission des Nationalrates am 29. Junii diese Initiative zur Annahme. Zemp wird als Vertreter der Mehrheit der zustimmenden WAK-Kommission Nationalrat der WAK-Ständerats-Kommission dieses Geschäft erläutern. Zemp ist sich aber bewusst, dass die Subventionierung des Viehexports im Ständerat einen harten Stand haben wird. Denn die WAK-Kommission Ständerat lehnte eine ähnliche Motion von Bigger am 24. September 2009 ab, womit sie gescheitert war. Der Geschäftsführer des Schweizer Viehhändler Verbandes, Peter Bosshard, erklärt, dass im ersten Jahr ohne direkte Exportsubventionen einige Spitzentiere von Schweizer Braunvieh nach Österreich sowie Zuchtkälber exportiert worden seien.
Der grosse Rest der bisherigen Exporte von rund 300 Nutztieren habe die gewohnte Exportqualität aufgewiesen. Die Käufer hätten entweder ausdrücklich Schweizer Vieh verlangt oder einen Versuch mit dem etwas teureren Schweizer Vieh gewagt. Sorgen bereitet Bosshard der tiefe Eurokurs, welcher Schweizer Vieh zusätzlich verteuert. Im kommenden Herbst hänge die Viehmarktlage davon ab, wie sich der Schlachtvieh- und Milchmarkt präsentieren. Bosshard erwartet im Herbst einen Preisdruck auf die zahlreichen trächtigen Rinder.
Hans Rüssli, SBV
