Archiv Marktkommentare
Situation auf dem Kälbermarkt
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Peter Schneider (Image: zVg) | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 23. April 2010
Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach Ostern das Angebot bei den Bankkälbern die Nachfrage übersteigt. So sanken die Preise auch dieses Jahr nach der Karwoche und stabilisierten sich auf dem Niveau von Fr. 11.90 / kg SG für T3 Kälber.
Bei einem Marktungleichgewicht und tiefen Preisen stehen jeweils Massnahmen zur Marktentlastung zur Diskussion. Da der Gross- und Detailhandel bei zwar tiefen aber stabilen Preisen attraktive Marktaktivitäten in Aussicht gestellt hatte, verzichtete der Verwaltungsrat von Proviande an seiner Sitzung vom 9. April 2010 darauf, die Einlagerung von Kalbfleisch zu beschliessen. Der beste Weg ein Überangebot zu beseitigen ist der direkte Weg zu den Konsumenten. Lager – wie sie aus dem Jahr 2009 zurzeit offenbar noch vorhanden sind - belasten den Markt zu einem späteren Zeitpunkt und verzögern eine Erholung. Zudem gilt es mit den nur noch reduziert zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln des Bundes für Beihilfen in der Viehwirtschaft haushälterisch umzugehen. Für den Fall, dass sich die Marktlage noch weiter verschärfen und grosser Preisdruck entstehen sollte, hat der Verwaltungsrat der Geschäftsstelle jedoch die Kompetenz erteilt, eine Marktentlastungsmassnahme einzuleiten.
In der Woche 15 waren kaum Veränderungen am Markt zu erkennen. An der Preisumfrage vom Freitagmorgen für die Woche 16 wurden unterschiedliche Signale gesetzt. Das Angebot wurde von normal bis gross, die Nachfrage von normal bis klein geschildert. Nur vereinzelt wurde die Situation als dramatisch bezeichnet. Die gemeldeten Preise ergaben für die Kälber keine Preisänderung. Die Voraussetzungen für eine Einlagerungsaktion – deutliches Überangebot, spürbar schlechte Nachfrage, grosser Preisdruck – waren somit nicht gegeben. Dass einige Marktpartner mit Unverständnis und Nervosität reagieren würden, war abzusehen und galt es zur Kenntnis zu nehmen. Die Geschäftsstelle von Proviande beurteilt die Marktentwicklungen laufend und wird bei eindeutigem Bedarf intervenieren.
Peter Schneider, Proviande
