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Schweinemarkt: Tief gefallene Preise
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Tobias Küng | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 22. Oktober 2010
Die letzten Wochen haben deutlich gezeigt, dass man auch noch fallen kann, wenn man eigentlich schon am Boden ist. Der Schweinemarkt verzeichnete in den letzten Wochen so deutliche Preisabschläge, wie sie auf diesem tiefen Preisniveau bisher noch nie vorgekommen sind. Obwohl momentan die Wildsaison immer noch aktuell ist, kann diese Baisse kaum dem Konsumverhalten angekreidet werden. Fakt ist, dass die für diese Jahreszeit, gute Nachfrage mehr als gesättigt ist.
Gemäss Proviande wurden im laufenden Jahr bereits 5% mehr Schlachtschweine klassifiziert als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Da sicherlich nicht wenige Mäster auf das Weihnachtsgeschäft spekuliert haben, wird das Angebot an Schlachtschweinen auch in den nächsten Monaten sehr hoch bleiben.
Auf dem Jagermarkt werden weiterhin Überhänge verzeichnet, die Angebote werden aber in den kommenden Wochen saisonal bedingt etwas abnehmen. Die Auswirkungen auf den Jagerpreis werden aber wohl nur bescheiden ausfallen. Sollte der Preis gegen Weihnachten wieder etwas steigen, wird er trotzdem auf einem sehr tiefen Niveau bleiben.
Weiterhin gut können die abgehenden Mutterschweine platziert werden, gesucht sind solche Tiere aber kaum und die Angebote pendeln im normalen Rahmen. Wegen der enorm hohen Schlachtschweineverarbeitung und dem allgemein tiefen Preisniveau gibt es in den Schlachtbetrieben momentan genügend Abschnitte für die Wurstproduktion. Aus diesem Grund kann auch bei den Mutterschweinen dem Preiszerfall nichts entgegengesetzt werden. Wie vor einem Monat bereits erwähnt, muss nun ganz vorne angefangen werden, um den Markt wieder ins Lot zu bringen. Erst eine Senkung der Ferkelproduktion lässt die Preise wieder nachhaltig steigen und mit der Senkung der Schlachtgewichte können auch die Mäster ihren Beitrag zur Verbesserung des Marktes leisten. Weitere Ideen zur kurzfristigen Entlastung des Marktes sind zwar vorhanden, sie kosten aber sehr viel Geld.
Tobias Küng, Suisseporcs
