Archiv Marktkommentare
Es hat viel Schweinefleisch
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Hans Rüssli | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 20. August 2010
Das reichliche Angebot an Schlachtschweinen löst umfangreiche Verkaufsaktionen aus. Die Schlachtumsätze sind hoch. Die Migros plant grosse Verkaufsaktionen beim Terra Suisse Schweinefleisch, entsprechend werden viele IP-Suisse-Schweine geschlachtet. Dies ist auch nötig, denn bei den IP-Suisse bestanden bisher die grössten Rückstaus. Laut den Landwirtschaftlichen Monatszahlen wurde in der 1. Jahreshälfte 6,2% mehr Schweinefleisch produziert als von Januar bis Ende Juni 2009.
Laut den noch provisorischen Schlachtzahlen, welche von Proviande wöchentlich erhoben werden, liegt die aktuelle Schweinefleischproduktion seit dem 1. Juli annähernd 10% höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Das beweist trotz möglicher Fehlerquote, dass das Schweine-Angebot zurzeit wirklich gross ist und in der nächsten Zeit kaum sinken wird.
Beim grossen Bankvieh wartet alles auf das steigende Rinderangebot von den Bergen. Dieses kommt nicht oder noch nicht. So stiegen denn die Wochenpreise der Proviande, welche auf den überwachten Märkten gelten, um 10 Rp. an auf 8.50 für Muni/Ochsen T3 und auf Fr. 8.70 für Rinder T3. Weil das Angebot je nach Beurteilung entweder gering oder klein ist, soll man auch franko Schlachthof auf diesen Preisen bestehen. Die Inlandproduktion beim Rindfleisch entspricht laut den Landwirtschaftlichen Monatszahlen in etwa dem Vorjahr. Nach den provisorischen Zahlen der Proviande fiel bis Woche 30 im total 1,8% mehr Bankfleisch (Muni, Rinder, Ochsen) an. Die Kuhfleischproduktion entspricht in etwa (+0,2%) der Vorjahresmenge.
Bei den grossen Verarbeitern warnen die Einkäufer, die Munipreise hätten jetzt mit Fr. 8.50 den Zenit erreicht, mit höheren Preisen sinke der Konsum. Aus Sicht der Bauern können die Preise noch steigen, denn der Munimarkt ist nicht übersättigt. Leider importieren gegenwärtig die Trockenfleisch-Hersteller gewürzte Eckstücke, laut Zollstatistik im ersten halben Jahr 562 Tonnen. Dafür kaufen sie weniger Eckstücke von Schweizer Grossvieh.
Hans Rüssli
