Archiv Marktkommentare
Das Grillwetter lässt auf sich warten
|
|
Beat Wandeler (Image: zVg) | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 13. Mai 2010
Mieses Wetter, hohe Schlachtzahlen, stagnierende Schlachtschweine und- Mohrenpreise sowie ein Jagermarkt auf Talfahrt. Die letzten paar Wochen entsprachen nicht unbedingt dem, was man weitläufig als freundliche Marktlage bezeichnen würde. Trotzdem ist es nicht notwendig, den Teufel an die Wand zu malen, denn grundsätzlich sind die Voraussetzungen heuer besser als noch vor einem Jahr. Dazu später.
Seit die Circo-Impfungen in der Schweiz grossflächig eingesetzt werden, kommen schlussendlich pro Wurf spürbar mehr Tiere auf die Schlachtbank. Diese Tatsache ist sicherlich mitverantwortlich, dass die wöchentlichen Schlachtungen der Wochen 1 bis 16 mit durchschnittlich 48'326 Schweinen 3.5% höher ist, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Die Angebote auf dem Schlachtschweinemarkt konnten aber in den letzen Wochen mehrheitlich platziert werden. Einzig die CNf-Angebote verliefen letzte Woche teilweise unter Plan.
Die Wohnbevölkerung der Schweiz zählte Ende 2009 rund 80'000 Personen mehr als noch im Jahr zuvor. Beim schweizerischen Schweinefleischkonsum von gut 25 kg pro Person sind das 2000 Tonnen Schweinefleisch mehr, die pro Jahr in der Schweiz verkauft werden können. Weiter sind die bewilligten Importe bis zum heutigen Tag mit 2'900 Tonnen Schweinefleisch in Hälften 850 Tonnen tiefer als zur gleichen Zeit vor einem Jahr. Zudem steht der Begriff „Schwein“ dieses Jahr nicht mehr so negativ in der Presse wie auch schon. Dies sind allesamt Faktoren, die einen besseren Absatz als letzen Sommer begünstigen. Wenn nun auch noch das Wetter mitspielt, stehen die Zeichen für einen Preisaufschlag bei den Schlachtschweinen günstig.
Bei den abgehenden Mutterschweinen verharrt der Preis nach zwei aufeinanderfolgenden Aufschlägen um 20 Rappen seit vier Wochen auf 2.00- 2.20 Fr. kg/SG ab Hof. Gemäss den Aussagen aus Handel und Vermarktung können diese Preise bei gezielter Platzierung auch erreicht werden.
Auf dem Jagermarkt sind die Preise seit einem Monat am sinken. Diese Preisentwicklung entspricht zwar ungefähr den beiden Vorjahren, aber das Niveau ist mit 6.40 Franken/kg LG für QM-Jager SGD-A Fr. 1.40 tiefer als im Vorjahr. Da ausnahmslos in allen Kategorien Überhänge verzeichnet werden, ist es schlicht Tatsache, dass das momentane Angebot grösser ist als die Nachfrage.
Beat Wandeler, Suisseporcs, Sempach LU
