Archiv Marktkommentare
Wild, Lamm und Schwein
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Brigitte Meier | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 10. September 2010
Die Schlachtschweineproduzenten leiden unter sinkenden Schweinepreisen, verursacht durch eine zu grosse Überproduktion. Ein QM-Schlachtschwein gilt in Woche 36 noch Fr. 3.50 pro kg SG. Solch tiefe Preise wurden zuletzt im Februar 2007 bezahlt. Laut Landwirtschaftlichen Monatszahlen wurde von Januar bis Ende Juli 6.1% mehr Schweinefleisch produziert als in der gleichen Zeit im Vorjahr, dies entspricht einer Mehrmenge von rund 6000 Tonnen. Gemäss Aussagen des Handels ist die Tendenz noch steigend. Ein solches Überangebot kann vom Markt nicht mehr aufgenommen werden. Weder im QM- noch im Labelbereich können die Schweine in der Woche 36 am Markt verkauft werden. Der Absatz von Schweinefleisch läuft allgemein in den Herbstmonaten nicht besonders gut. Auf der Speisekarte steht Wild und Lamm. Deshalb sind umfangreiche Verkaufsaktivitäten im Detail- und Gastrobereich geplant, um mit günstigen Preisen den Konsum anzukurbeln und die Überproduktion zu mindern.
Die Inlandproduktion beim Geflügelfleisch hat ebenfalls zugenommen. Laut den Landwirtschaftlichen Monatszahlen wurden in den Monaten Januar bis Juli 4.8% mehr Geflügelfleisch produziert als im Vorjahr. Lammfleisch ist im Trend. Die Nachfrage ist gut, so dass das grosse Angebot an Lämmer verkauft werden kann und die Preise stabil bleiben bei Fr. 10.- für Schlachtlämmer T3. Gewöhnlich steigen die Angebote nach dem Bettag in Woche 38 und die Preise kommen unter Druck. Um vorgängig die Lämmer abzuräumen, sind Aktivitäten am laufen.
Durch die Wildsaison und die Aktionen beim Lamm- und Schweinefleisch steht das Bankvieh unter leichtem Preisdruck. Noch wird gut geschlachtet. Sobald die Alpen geleert werden und das Angebot steigt, droht der Markt zu kippen. Auch der Kälbermarkt läuft durch das kleine Angebot zurzeit sehr gut bei einem Preis von Fr. 14.20 für Kälber T3. Kalbfleisch steht aber ebenfalls in Konkurrenz zu den lukrativen Aktivitäten beim Wild, Lamm und Schwein und dem günstigen Importpfefferfleisch.
Brigitte Meier, SBV
