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Osterzeit ist Lämmerzeit


 

Brigitte Meier

(Image: zVg)

Kommentar in der Bauernzeitung vom 9. April 2010

Wie jedes Jahr steigen vor Ostern die Angebote auf dem Schaf- und Lämmermarkt an. Für die Einfuhrperiode vom 22.3 bis 31.3., und somit genau auf Ostern hin, wurden vom BLW 150 Tonnen Schaffleischimporte freigegeben und für die Periode vom 1.4. bis 30.6. nochmals 1300 Tonnen. Auf Grund der grossen Importmenge werden auf Seite der Bell AG Aktivitäten hinsichtlich Spezialstücke beim Lammfleisch getätigt. Schweizerware hat aber nach wie vor ihren Preis.

Ob das Lammfleisch vollständig abgeräumt werden kann, ist nicht sicher, tendenziell sind zu viele Lämmer auf dem Markt. Die traditionellen Essgewohnheiten haben stark an Gewicht verloren. Der Konsum von Lammfleisch hat in den letzten 10 Jahren um rund 6.5 % und stetig abgenommen. Die Nachfrage ist knapp, weshalb Schlachtlämmer zugeteilt werden müssen. Trotz der grossen Menge an Schafen und Lämmern konnten die Wochenpreise in der Woche 13 aufrecht erhalten bleiben, wobei die Preise sich schon seit 3 Wochen auf gleich tiefem Niveau befinden. Für Lämmer T3 wird noch immer Fr. 9.50 bezahlt.

Osterzeit ist nicht nur Lämmerzeit, auch Kalbfleisch ist ein Genuss an den Festtagen. Um das grosse Angebot an Bankkälber abzuräumen, werden im Verkauf Aktivitäten gemacht, was sonst über die Festtage nicht üblich ist. Auf Grund des grossen Angebots und der rückläufigen Nachfrage sind die Kälberpreise in den letzten drei Wochen rapide von Fr. 13.20 auf Fr. 11.90 gesunken. Weitere Preissenkungen sind zu vermeiden! Mit den Verkaufsaktionen soll der Markt vorzeitig abgeräumt werden, um keine Einlagerungen machen zu müssen. In den Lagern der Verwerter befindet sich immer noch Kalbfleisch von den Einlagerungsaktionen im 2009. Eingefrorenes Fleisch lässt sich nur zu günstigen Preisen an die Gastronomie verkaufen, wobei kein Gewinn resultiert. Die Verarbeiter sind deshalb nur gewillt mehr einzulagern, wenn dafür ein genügend hoher Beitrag zugesprochen wird, welcher sich in fast doppelter Höhe als noch im Vorjahr befindet. Mit den günstigen Pfefferfleischimporten und den tiefen Verkaufspreisen, ist zurzeit eingefrorenes Kalbfleisch nicht konkurrenzfähig. Ob es unter diesen Bedingungen zu Kalbfleischeinlagerungen als Marktentlastungsmassnahme kommt, wird an der Vorstandssitzung der Proviande vom 9. April 2010 entschieden.

Brigitte Meier, SBV

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
4.50
 
Lämmer
10.60
 

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