Archiv Marktkommentare
Wo bleibt der Sommer?
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Brigitte Meier | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 4. Juni 2010
Die warmen Sonnentage fielen bis anhin spärlich aus mit fatalen Folgen für den Schweinemarkt. Ein Drittel der Grillsaison ist vorbei und die Nachfrage nach Grillgut kommt nicht in Schwung. Die wenigen Sonnenstrahlen über Pfingsten genügten nicht, um vor allem den Schweinefleischmarkt anzukurbeln. Besonders in den Labels harzt der Verkauf, bei Coop Naturafarm und IP-Suisse staut sich das Angebot an. Ist keine Schönwetterperiode in Sicht, harzt der Absatz der Schweinesteaks.
Gefragt ist Wurstfleisch und Gehacktes. Trotz den schlechten Milchpreisen wird in etwa gleich viel Milch wie 2009 gemolken. Auf den Kuhmärkten steigt das Angebot an Schlachtkühen nicht an. Logisch, dass bei knappem Angebot und reger Nachfrage Kuhfleisch Mangelware ist. Stattdessen wird bei der Nachzucht selektiert. Vor allem Rinder werden vermehrt ausgemerzt und gehen in die Schlachtung. Der Markt beim Bankvieh ist seit einigen Wochen ausgeglichen, weshalb hier die Preise schon länger unverändert sind. Für Muni T3 wird in den Schlachthöfen Fr. 7.80 und für Rinder Fr. 7.90 pro kg Schlachtgewicht bezahlt.
Durch den Mangel an Verarbeitungsfleisch wurden in Woche 21 die Preise um 10 Rp. auf Fr. 6.60 für T3 Kühe angehoben. Vor allem auf den Märkten wird deutlich mehr bezahlt, so dass sich die Kuhpreise den Munipeisen immer stärker nähern. Das Schlachten von Muni für Wurstfleisch wird damit lukrativer. Anstelle Schweinefleisch sind neben dem Bankvieh auch Bankkälber gefragt. Bankkälber gelten franko Schlachthof Fr. 11.90 pro kg für Qualität T3. Einige Schlachthöfe suchen sogar Kälber, jedoch im Voralpengebiet steigen die Angebote an, weil die Alpsaison bald beginnt und die Älpler ihre Kälber vorher noch absetzen wollen. Besonders Terra Suisse Kälber stauen sich zurück, die Nachfrage ist in diesem Sektor schwach.
Vor der kommenden Alpsaison wurden ältere Schafe geschlachtet, diese sind jetzt abgeräumt. Schlachtlämmer sind unterdessen knapp, weshalb die Preise um 20 Rp. pro kg Schlachtgewicht auf Fr. 10.- für die T3 angehoben werden. Gesucht sind Weidelämmer zum Alpen, wofür Fr. 4.55 pro kg Lebendgewicht bezahlt wird. Die Älpler trotzen dem Wetter und ziehen mit Vieh und Schafen bereits in die Berge. Auf den Alpen wie auch im Tal sollte jetzt mehr grilliert werden, Schweinefleisch hätte es ja genug.
Brigitte Meier, SBV
