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Wir haben genug Eier


 

Jean Ulmann
(Bild: zVg)

Kommentar in der Bauernzeitung vom 3. Dezember 2010

Wie es aussieht, werden wir diesen Winter eine garantierte Vollversorgung mit CH-Eiern haben: Die Produktion ist hoch und der Absatz bis Ostern gesichert. Das ist für alle am Eiermarkt Beteiligten Positiv. Nur: Unsere Hühner, die jetzt eingestallt sind und über den Winter brav Eier legen, um den höheren Konsum zu decken, werden auch nach Ostern weiter Eier legen.

Deshalb – auch das ist nichts Sensationelles – wird es ab Ostern 2011 wieder Eier geben, die vom Markt nicht komplett aufgenommen werden können und durch Aktionen oder in Form von Verarbeitungseiern tiefer als zu den Gestehungskosten vermarktet werden müssen. Zwar steht das Osterfest steht nächstes Jahr erst am 24. April an. Doch folgt anschliessend unweigerlich der lange Sommer mit höheren Temperaturen und entsprechend tieferem Eierkonsum. Die Entlastung des Überhangs kostet jeweils viel Geld. Zum Glück hilft uns der Bund auch nächstes Jahr noch mit einem Zuschuss, dessen Höhe aber bereits 2010 nicht ausreichte.

Logischerweise muss vom Handel jetzt, in der guten Zeit, in den Wintermonaten, bei gut laufendem Markt etwas Geld als Risikodeckung für die Sommermonate mit ihren tieferen Verkäufen angelegt werden. Zudem darf die Produktion auf keinen Fall weiter ausgedehnt werden, wenn wir nicht eine Überschuss-Situation wie auf dem Milch- und auf dem Schweinemarkt heraufbeschwören wollen. Sicher ist, dass einmal gebaute Ställe in der Produktion bleiben. Ebenso sicher ist: Wenn es zu einem Verdrängungswettbewerb kommt, leiden alle darunter.

Mit unseren hohen Standards bei Tierhaltung und Umweltverträglichkeit werden wir niemals mit ausländischen Preisen konkurrieren können. Aus diesem Grunde ist es richtig, die höheren Eierzahlen im Winter zu produzieren, mit der Gewissheit, dass die Abnehmer ihre Risikokasse für die spätere Überschussverwertung im Sommer äufnen. Die Verarbeitungsindustrie möchte zwar CH-Eier, aber leider nur in Kleinmengen und vor allem nicht zu kostendeckenden Preisen. Die grosse Masse ist immer noch auf tiefstmögliche Preise aus, auf Importware – unbesehen von den Haltungsbedingungen für die Tiere.

Jean Ulmann, Präsident GalloSuisse

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
4.50
 
Lämmer
10.60
 

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