Archiv Marktkommentare
Bell wollte Schweine billiger
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Hans Rüssli, SBV
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Kommentar in der Bauernzeitung vom 28. August 2009
Aufruhr auf dem Schweinemarkt. Zwar war bekannt, dass nicht alle angebotenen Schweine verkauft werden können und es deshalb einen Rückstau gibt. Der Abschlag in der Kalenderwoche 35/2009 um 20 Rp. je kg Schlachtgewicht (SG) auf Fr. 3.90 je kg SG wurde von den Produzenten trotzdem als Frechheit empfunden.
Der Präsident Marktkommission Suisseporc, Christian Oberli, war über den Abschlag aufgebracht und schrieb folgenden Kommentar: «Bell erzwingt 20 Rappen Preisabschlag für die Woche 35. Selbst nachdem die meisten Abnehmer am Donnerstag noch signalisierten, 10 Rappen Preisabschlag sei auf diesem Niveau genügend und die Micarna SA den Preis um marktkonforme 10 Rappen für die Woche 35 senkte, konnten die marktmächtigen Einkäufer von Bell nicht umgestimmt werden. Dies trotz heftigen Interventionen der Marktkommission und des Handels. Auch von Seite Coop wären 10 Rappen Preisabschlag akzeptiert worden. Aus Sicht der Produktion ist festzuhalten, Marktmacht und Marktmissbrauch liegen oft nahe zusammen, dürften aber im agrarpolitisch heiklen Umfeld nicht auf allzu grosse Akzeptanz stossen.»
Natürlich folgten Micarna und die anderen Abnehmer dem Signal der Bell AG, so dass alle Schweinepreise (ausser Bio) um 20 Rp. abschlugen. Weil die Aussichten auf dem Schweinemarkt nicht besser werden, schlug die Preise der Ferkel am Dienstag dieser Woche die Ferkelpreise um 20 Rp. je kg lebend ab.
Beim Bankvieh scheint der Preiszenit erreicht zu sein. Hohe Konsumpreise für Entrecote und anderes vom Hinterviertel vermindern die Kauflust. Zudem steigt das Rinderangebot langsam aber stetig an. Bei den Kühen wurde in vorauseilendem Gehorsam die Preise gesenkt, denn das Angebot steigt nur langsam, die Nachfrage bleibt gut. Die Preise der Bankkälber steigen nicht der Saison entsprechend an. Heisses Wetter und deutlich ansteigende Schlachtgewichte verhindern vorerst einen Preis-Aufschlag.
Hans Rüssli, SBV
