Archiv Marktkommentare
Kälbermarkt im Juni 2009
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Peter Christen, Proviande
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Kommentar in der Bauernzeitung vom 24. Juni 2009
Was zur Zeit auf dem Kälbermarkt abgeht ist nicht eine realistische Situation. Die Tränkerpreise steigen stetig und die Mastkälber sinken ständig. Markt! - wollen gewisse Leute, dass man das nennt. In der Tat ist es alles andere als Markt. Die Verkaufspreise in den Regalen sind nach wie vor die Gleichen, wie vor Monaten als die Kälber Fr. 3.-- mehr galten. Das Resultat ist klar, dazu braucht es keine Dreisatzrechnung. Hingegen muss man sich fragen, ob dies überhaupt legal ist!!
Was zur Zeit hin und her geboten wird mit Einlagerung und Auslagerung ist das Eine. Schlimm jedoch ist das Machtspiel gewisser Abnehmer auf dem Buckel der Produzenten. Diese wissen genau, dass die Produktion einmal eingestallt nicht beliebig abgebrochen werden kann, weil die Kälber ansonsten noch grösser und schwerer würden. Es stellt sich die Frage, der kartellistischen Absprachen. Dies wird untermauert von der vor 2 Monaten gemachten Aussage und dem Gebaren gewisser Players: „ Die Preise müssen auf Fr. 11.50 herunter“ meinten diese. So sind wir nun an diesem Punkt angelangt und es stellt sich die legitime Frage, warum und wie und mit wessen Hilfe.
Von Markt kann in diesem Zusammenhang sicher nicht gesprochen werden. Respekt gegenüber den Produzenten wäre angebracht. Kälbermast ist keine Sache für Schnelleinsteiger und Laien. Wollen wir Qualität, - wovon immer alle sprechen, - brauchen wir Profis und Leute die das Metier genau kennen. Diese wiederum müssen verlässliche Partner haben. So gerne wird mit der tiergerechten und natur- und umweltfreundlichen Schweizerproduktion Reklame gemacht, korrekte Preise bezahlen das will man aber nicht! In einer solch misslichen Lage kommen natürlich verschiedene Ideen auf, wie von Seiten der Produktion auf diese Situation eingegangen oder reagiert werden kann.
Peter Christen, Proviande
