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Dramatik auf dem Schweinemarkt


 

Hans Rüssli

(Image: zVg)

Kommentar in der Bauernzeitung vom 23. Oktober 2009

Dass es so schlimm wird auf dem Schweinemarkt wie es heute ist, das hätte vor drei Monaten noch kein Schwein geglaubt. Der Schweinepreis ist jetzt so tief wie im Januar 2007, nämlich bei Fr. 3.60 je kg Schlachtgewicht (SG) für QM-Schweine ab Hof. Im Januar 2007 folgte noch ein Absturz auf Fr. 3.50 und erst ab März 2007 stiegen die Schweinepreise wieder an. Dann folgten zwei mehr oder weniger gute Jahr, aber jetzt sind wir wieder auf einem sehr tiefen Punkt des Schweinezyklus angelangt.

Es schleckt keine Geiss weg, der Druck auf den Schweinepreis ist leider, leider noch nicht weg. 90 Prozent der Schweinehändler haben zurzeit Überhänge, welche sie Woche für Woche vor sich herschieben.

Es wäre schön, wenn jetzt die Metzger so richtig hungrig wären und dank dem tiefen Schweinepreis von noch Fr. 3.60 jetzt so richtig viel schlachten würden. Das tun die meisten aber nicht! Der Grund: Viele Metzger und Fleischhändler klagen über volle Fleischlager. In der Kalenderwoche 40 wurden laut provisorischen Zahlen von Proviande 3700 Schweine mehr geschlachtet als in der gleichen Woche 2008. Die Schlachthöfe langten zu bei einem Schweinepreis von Fr. 3.90. Leider folgten weitere Abschläge in den Kalenderwochen 41, 42 und 43. Weil der Absatz nicht so reissend war wie erwartet, sitzen die Verarbeiter jetzt auf gut gefüllten Lagern, die jede Woche weniger wert sind.

Rund die Hälfte des Schweinefleisches geht zu den Hotels, Restaurants und Kantinen. Im Fleischgrosshandel herrscht ein gnadenloser Preiskampf um Räppli. Es ist zu erwarten, dass mit den tiefen Schweinepreisen der Schweinefleischverbrauch im Gastgewerbe endlich anzieht. Aber leider ist die Konkurrenz gross, besonders von Importfleisch aller Art bis hin zu Straussen- und Krokodilfleisch.

Die Schweinemäster haben den Glauben verloren, dass sich Schweinepreise bald erholen. Deshalb haben auch die Ferkelpreise in der laufenden Woche um 20 Rp. abgeschlagen. Die Marktsanierung drängt sich auf. Nur der Züchter kann damit beginnen, indem er weniger Muttersauen belegt.

Hans Rüssli, SBV

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
4.50
 
Lämmer
10.60
 

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