Archiv Marktkommentare
17.07.2009 Kirschen
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Georg Bregy, SOV
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Kommentar in der Bauernzeitung vom 17. Juli 2009
Nach dem guten Blühet und dem Ausbleiben von Frühjahrsfrost zeigten die Kirschen weit herum einen sehr guten Fruchtbehang. Mit etwa 2100 Tonnen schätzen wir für dieses Jahr eine erfreulich gute Tafelkirschenernte, die den Durchschnitt der letzten vier Jahre um etwa 25% übersteigt. Die modernen Anlagen liefern seit Anfang Juni qualitativ hoch stehende, grosskalibrige Kirschen der Klassen Extra und Premium, die bei den Konsumenten durchwegs gut ankommen. Der Trend zu Niederstammkulturen mit Hagelschutz und Regendach geht trotz hohen Investitionskosten weiter. Der Markt verlangt grössere Kaliber und Liefersicherheit. Mit neuen Sorten und Witterungsschutz lassen sich höhere Qualitäten erreichen, für die auch die Zahlungsbereitschaft stimmt. Importkontingente zur Ergänzung des Inlandangebotes wurden bis zum 26. Juni gegeben. Seither stehen wir in der Vollernte, die sich über drei Wochen hinzieht.
In einigen Regionen setzten Hagelgewitter und niederschlagsreiches Wetter den ungeschützten Kulturen zu. Das führte zu Ausfällen und erhöht jetzt vor allem für die Klasse 1 den Sortieraufwand. Zusammen mit dem kühlen Wetter ist der Markt seit einigen Tagen schwieriger geworden. Die Produzenten gewährten deshalb für eine Woche einen nochmals erhöhten Aktionsbeitrag. Sobald die Erntemengen etwas zurückgehen, dürfte sich die Lage wieder normalisieren. Mit den modernen Spätsorten kommen nochmals einige feste und damit gut haltbare Sorten in die Läden.
Durch die Staffelung von Früh- und Spätgebieten sind Schweizer Kirschen während etwa zwei Monaten, von Anfang Juni bis Ende Juli auf dem Markt. Neben den Tafelkirschen werden in der Schweiz auch etwa 1300 Tonnen Konservenkirschen gepflückt. Bei den Brennkirschen besteht mit 4500 Tonnen ein beträchtliches Potential; wie viele davon gepflückt werden ist aufgrund der Lage auf dem Spirituosenmarkt sehr schwierig vorauszusagen.
Georg Bregy, SOV
