Archiv Marktkommentare
Edelstücke für die Schweiz
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Peppino Beffa, VR Proviande
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Kommentar in der BauernZeitung vom 16. Januar 2009
Die Zahl der klassifizierten Schaf- und Lämmerschlachtungen durch die Proviande ist seit 2004 um zirka 17 % gesunken. Gegenüber 2002 aber beträgt der Rückgang nur 10 %. Der Anstieg der Schafschlachtungen in den Jahren 2002-2004 ist durch gute Preise während mehreren Jahre zu erklären. Die erfolgte Aufstockung auf über 440'000 Schafe in diesen Jahren hat sich seither wieder um rund 20'000 Stück nach unten korrigiert.
Das grössere Inlandangebot mit der gleichzeitigen Einführung der Versteigerung der Importkontingente erzeugte einen Preisdruck. Mit der seit 2004 sinkenden Inlandproduktion und der guten Nachfrage hat sich der Inlandpreis 2007 und 2008 wieder erholt. Im vergangenen Sommer gab zwar der Preis der Inlandlämmer bis im November um rund 10 % nach. Sinkende Schlachtzahlen im Inland und ebenfalls geringere Importe im Jahre 2008 weisen auf einen leicht sinkenden Inlandkonsum hin.
Rund 250'000 Inlandlämmer stehen den Importedelstücken gegenüber. Ein Inlandlamm mit einem Schlachtkörper von 20 kg hat nur rund 600 g edelste Fleischstücke. Dagegen steht einer Importmenge von über 3000 t Edelstücken(Chops und Racks) zur Verfügung. Für diese Edelstücke müssen im Ausland über 5 Millionen Lämmer geschlachtet werden. Nach alter Importregelung, lösten alle Schlachtungen Importrechte aus. So war es früher finanziell interessant Lämmer und Schafe zu schlachten und sämtliche Schlachtungen wurden deklariert. Viele kleine Metzgereien haben heute infolge zu geringer Schlachtzahlen keine offizielle Proviande-Taxation mehr. Für die Selbstversorgung werden Schafe und Lämmer geschlachtet, welche statistisch geschätzt werden.
Auf Anfang Jahr wurden die Preise für Inlandlämmer um 20 Rp. angehoben. Die Schweizer Lämmerproduzenten hoffen, dass mit Fr. 10.70 für T3-Lämmer der Trend nach oben eingeleitet ist und dieser Trend anhält.
Peppino Beffa, stv. VR Proviande
