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Wende beim Bankvieh


 

Kurt R. Herzog

(Image: zVg)

Kommentar in der Bauernzeitung vom 13. November 2009

Bei Bankvieh hat die plötzliche Wende der Marktlage für einige Verwirrung gesorgt. Nach dem Preiszusammenbruch von 80 Rappen innert Monatsfrist (von Fr. 8.70 auf Fr. 7.90 je kg Schlachtgewicht für Muni T3) und den nun doch noch vorhandenen Mitteln für eine Marktentlastung stand eine solche in Aussicht. Ob das der Grund war, dass für das Weihnachtsgeschäft vorzeitig viel grosses Bankvieh geschlachtet wurde?

Weil die Kuhpreise auf respektablem Niveau verharrten, bei mittleren Schlachtzahlen und mässiger Qualität, wurde importiert. Dass es sich hier um junge, schöne Kühe handelt, welche günstig zu steigern sind, ist bekannt. Während des ganzen Jahres konnten die grossen Kuhschlachtungen (+17%) problemlos vermarktet werden. Beim Bankvieh jedoch haben die Mehrschlachtungen von plus 5% auf den Produzentenpreis gedrückt. Die Zunahme der Bestände von Mutterkühen um 14 000 Stück innert Jahresfrist mahnt uns Mass zu halten, um nicht eine zu hohe Produktion zu provozieren. Man beachte: Die Inlandproduktion in Prozent des Verbrauchs von Rindfleisch ist 2009 gegenüber dem Vorjahr von 77% auf 85% angestiegen!

Während der Weihnachtszeit werden 1/3 aller Nierstücke eines Jahres abgesetzt. Dass hier ergänzende Importe nötig sind, müssen wir akzeptieren. Zu hohe Importe würden den Bankviehpreis und den Inlandmarkt jedoch gefährden. Sollte bei uns die momentane freundliche Nachfrage sich als Strohfeuer zeigen, wird eine vorweihnachtliche Intervention am Markt noch möglich sein. Es gilt, bei saisonal hohen Schlachtzahlen keine Überschüsse in die ersten Monate 2010 mitzuschleppen.

Bei den Bankkälbern scheint sich die Lage zu entspannen. Der Preisanstieg von 50 Rappen tut den Mästern gut. So lässt sich eine Auslagerung der restlichen 320 Tonnen eingelagertem Kalbfleisch zur Weihnachtszeit sicher realisieren, ohne den Markt zu stören. In diesem Sinne sind auch die 125 Tonnen Import-Kalb akzeptiert. Bei den Schlachtschweinen zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab. Die hohen Mutterschweinebestände lassen jedoch noch für einige Zeit ein grosses Angebot an Schlachtschweinen erwarten. Also wird das Preisgefüge sich nur langsam stabilisieren.

Kurt R. Herzog
Verwaltungsrat Proviande

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
4.50
 
Lämmer
10.60
 

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