Archiv Marktkommentare
Geordneter Fleischmarkt
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Claus Ullmann, Vize-
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Kommentar in der Bauernzeitung vom 12. Juni 2009
Nach den vielen Schlachtungen von Kühen im ersten Quartal dieses Jahres sind sie nun im zweiten Quartal wieder zurückgegangenen. Laut der Meldung, dass die Alpen diesen Sommer voll bestossen werden können ist nicht anzunehmen, dass in den nächsten Monaten vermehrt Kühe an die Schlachtbank geliefert werden, obwohl der Milchmarkt dies eigentlich andeuten würde. In Anbetracht der mangelnden Schlachtkühe und der guten Nachfrage hat der Proviande-Verwaltungsrat eine Menge von 900 t halben Kühen und 100 t Verarbeitungsfleisch zur Importfreigabe an das BLW beantragt. Der 450 t Nierstückimportantrag sollte keinen Druck auf die Munipreise erzeugen. Was besonders auffällt, sind die wenigen Rinder die auf den Markt kommen. Können wir daraus schliessen, dass entweder im Herbst stark selektioniert wird oder die Meinung vorherrscht künftig weiterhin eine grosse Milchmenge gemolken werden kann?
Hoffentlich kommen im Herbst nach der Alpabfahrt nicht alle Tiere auf einmal auf den Markt. Nicht auszuschliessen ist auch die Möglichkeit, dass sich nach den Sommerferien infolge Arbeitsmarktprobleme der Konsument beim Fleisch etwas zurück hält. Der Kalbfleischmarkt ist labil. Einerseits ist Kalbswurstfleisch gesucht, andererseits aber musste der Verwaltungsrat ein Sicherheitsnetz stellen, damit die Preise nicht zusammenbrechen werden. Zusammengefasst darf festgestellt werden, dass zurzeit der Fleischmarkt in der Schweiz in guter Zusammenarbeit und geordnet abläuft.
Der Geflügelfleischmarkt entwickelt sich positiv. Nach den sehr guten Abverkäufen im letzten Jahr sowie einer guten Nachfrage zu Beginn des Jahres konnte der Verwaltungsrat für das dritte Quartal mit 11‘500 t Geflügelimport wiederum eine hohe Importquote beantragen. Die Ställe der Schweizer Produzenten sind zurzeit gut ausgelastet. Einige Verarbeiter suchen noch neue Produzenten. Der Einstieg in die Geflügelmast ist jedoch schwierig. Persönliche Einstellung, Stallbau- und Umweltvorschriften und nicht zuletzt die finanziellen Möglichkeiten sind hohe Hürden für den Einstieg in diese innere Aufstockung.
Claus Ullmann, Vizepräsident des Verwaltungsrates, Proviande
