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Rückstau beim Bankvieh


 

Kurt Herzog,
Swiss-Beef

(Bild: zVg)

 

Kommentar in der BauernZeitung vom 9. April 2009

Im Allgemeinen kann seit längerer Zeit von einem erfreulichen Konsum aller geläufigen Fleischarten gesprochen werden. Favorit ist Geflügel (+7,3%), Rindfleisch (+5,8%), verloren haben Kalb (-3,7%) und Schwein (-0,9%). Die unter Vorjahresniveau liegenden Schlachtungen in den ersten drei Monaten zeigen eine verhaltene Produktion. Umso unverständlicher sind die Preisabschläge vor allem beim Bankvieh in den letzten Wochen. Aktuell stauen sich vor Ostern die QM Muni auf vielen Betrieben, da sehr wenig geschlachtet wird. Terra Suisse Tiere sind ebenfalls wieder schwerer zu verkaufen. Die Umstellung in der Westschweiz auf Terra Suisse hat dort anfangs Jahr zu einem Stau bei den QM Muni geführt. Vorübergehend besserte sich die Nachfrage, aber jetzt stauen sich die QM-Muni landesweit. Das lässt be-fürchten, dass die Preise nochmals unter Druck geraten, obschon diese aktuell Fr. 1.30 – 1.50 unter denjenigen des Vorjahres liegen.

Als Knackpunkt gelten seit dem Herbst die angekündigten Kuhschlachtungen infolge der Milchderegulierung. Das Verarbeitungsvieh ist bei drohenden hohen Schlachtprognosen immer noch sehr gesucht. Diese Angst bestimmt die Importe von Verarbeitungsvieh und drückt gleichzeitig die Bankviehpreise. Die Tatsache, dass sehr schöne, vollfleischige Kühe eingeführt werden heizt die Sache noch mehr an. Bei den Schweinen hält sich der Markt auf erfreulichem Niveau seit längerer Zeit.

Saisonal auf Ostern werden grosse Mengen Kälber schlachtreif. Diese treffen momentan auf eine geringe Nachfrage und das bedeutet, nach einer längeren Zeit mit freundlichen Preisen, stark sinkende Erlöse. Bei den Tränkern verknappt sich das Angebot an schönen Tieren saisonal und die Preise steigen wieder. Die neuen Qualitätsvorschriften von Terra Suisse werden schöne Tränker noch rarer werden lassen. Entscheidend für eine mittelfristige Prognose ist sicher die Kuhzahl. Werden kurzfristig viele Kühe geschlachtet bedeutet das zusätzliches Verarbeitungsfleisch. Fällt das in eine produktionsarme Zeit ist das sicher verkraftbar bei kleinen Importmengen. Werden die Kühe nicht geschlachtet und vertränken die Milchbauern die überschüssige Milch, werden den Rindermästern die Tränker fehlen. Bei den Schweinen scheint eine vernünftige Produktion mittelfristig weiterhin einen guten Absatz zu finden.

Kurt Herzog, Präsident Swiss Beef

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
4.50
 
Lämmer
10.60
 

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