Archiv Marktkommentare
Grippe mit falschem Namen
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Christian Oberli, Suisseporcs
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Kommentar in der Bauernzeitung vom 08. Mai 2009
Jetzt startet normalerweise die schönste Zeit der Schweinehalter: Sommerzeit gleich Grillzeit bedetutet Schweinefleischzeit. Leider kam es anders. Die völlig zu unrecht titulierte «Schweinegrippe» vermasselt uns den Start in die Grillsaison vollständig. Besser man spricht wie die Weltgesundheitsorganisatin WHO und das Bundesamt für Gesundheit ab sofort nur noch von der «Influenza A» oder von der AH1N1.
Durch den falschen Grippenamen verunsicherte Konsumenten halten sich beim Einkaufen zurück. Die Metzger bestellen zurückhaltend, der Markt ist Markt labil, die Folgen sind verheerend. Am 30 April trug die Suisseporcs das Marktgeschehen zusammen. Kleinere Bestellungen und Unsicherheit auf allen Stufen!
Fazit minus 10 Rappen, also 4.70 Franken pro kg Schlachtgewicht. Dieser Abschlag kommt genau zu der Zeit, wo der Markt nach oben zeigt. Ich hoffe, dass Suisseporcs durch lückenlose Aufklärung den hintersten und letzten überzeugen wird, dass Influenza A nichts mit Schweinefleisch zu tun hat. Bei einer schnellen Rückkehr zum Konsum-Alltag bin ich nach wie vor überzeugt, dass der Schweinepreis bald nach oben angepasst werden kann. Unser Ziel muss es sein, so schnell als möglich fünf Franken zu erreichen und möglichst lange zu halten.
Am Jagermarkt hat man rechtzeitig mit einer Preiskorrektur nach unten begonnen. In den nächsten Wochen rechnen wir mit einem steigenden Angebot, bei einer eher sinkenden Nachfrage und somit tendenziell sinkenden Preisen. In der 19. Woche wurde der Preis um 30 Rappen nach unten korrigiert. Der Preis für QM-Jager SGD-A beträgt 7.80 Franken pro kg bei 20 kg Lebendgewicht.
Bei den Mutterschweinen werden wir wegen steigenden Schlachtkuh-Angebot Mühe haben, den Preis anheben zu können. Auch hier warten wir auf eine freundliche Grillsaison für unsere feinen Wurstspezialitäten.
Christian Oberli, Suisseporcs
