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Eier zum Kilopreis verkaufen?
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Jean Ulmann (Image: zVg) | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 6. November 2009
Mit den etwas tieferen Temperaturen scheint der Eierkonsum der Produktionskurve entsprechend anzuziehen. Man spürt allerdings die Mehrproduktion, sodass – ausser bei grossen und extragrossen Eiern – genügend Ware vorhanden ist. Für die bevorstehende Biskuits-Saison ist also vorgesorgt und wir hoffen, dass unsere Kunden schon bald mit dem Backen leckerer Sachen beginnen. Und da es diesen Herbst und Winter nicht an Schweizer-Eiern fehlen sollte, zählen wir darauf, dass vielerorts eine Fülle wunderbarer Biskuits auf den Tisch kommen.
Für Produktion und Handel wäre es viel einfacher, wenn Eier pro Kilogramm verkauft würden, wie Äpfel oder Tomaten. So hätte man kein Problem mit "zuviel kleinen Eiern und zuwenig grossen" und dann wieder umgekehrt; eine Packung würde einfach aus zehn Eiern bestehen; eine würde 500 Gramm wiegen, eine andere 700 Gramm. Vielleicht würden die Leute so auch vermehrt darauf aufmerksam, wie preislich günstig diese wertvollen Eiweissträger eigentlich sind. Für knapp vier Franken in der Produktion und kaum mehr als zehn Franken pro Kilogramm im Verkauf ist kein gleichwertiges Nahrungsmittel zu finden. Nicht dass ich denke, es komme einmal so weit. Aber im Preisvergleich mit Fleisch oder Käse sähe diese Variante für uns sehr vorteilhaft aus.
Weil Deutschland im Jahre 2009 rund 2 Milliarden Eier mehr importiert als im 2007, ist es nicht verwunderlich, dass es im gesamten EU-Raum an Ware fehlt, die Preise damit fest und stetig steigend sind. Die Schweizer-Importe von total weniger als 600 Millionen sind da nicht ausschlaggebend. Ob in Deutschland nach dem Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung die Produktion wieder steigt und wenn ja, um wie viel, bleibt offen. Es wird jedoch vermutet, dass ziemlich viele Hühnerhalter definitiv aus der Produktion aussteigen werden.
Jean Ulmann, Präsident Gallo Suisse
