Archiv Marktkommentare
Bankkälber
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Samuel Graber (Image: zVg) | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 4. Dezember 2009
Das Label Terra Suisse hat sich im vergangenen Jahr sehr wohl bewährt. Besonders die Anpassung nach oben bei den Schlachtgewichten, der Klassen C, H und T+ ist den Mästern entgegengekommen. Ein Wehmutstropfen bleibt das T- (minus) Kalb, wird es doch immer wieder bestraft sowohl bei der Qualität als auch bei der Labelprämie. Ich finde es schade dass bei T- Kälbern die Prämie nicht von 20 auf 40 Rappen erhöht werden konnte, den dies hätte sicher den einen oder andern Mäster überzeugt für das Label Terra Suisse zu produzieren.
Angebot und Nachfrage bestimmen auch beim Terra Suisse den Preis, daher ist sicher auch der Verwerter gefordert das Kalbfleisch an den Verkaufsstellen so zu positionieren damit es auch gekauft wird, liegt es in der Vitrine ganz hinten, Geflügel und Fisch ganz vorne, dann ist klar der pro Kopf Konsum wird zurückgehen und das ist durch geeignete Massnahmen zu verhindern. Auch sollte der Verwerter darauf achten das dass Angebot an Schlachtkälbern abgeräumt werden kann, den kommt es zu Rückstellungen werden diese Kälber zu schwer und den Mästern werden dann happige Abzüge gemacht und das wiederum wird von uns nicht verstanden und um dies zu vermeiden wird natürlich versucht Kälber in andere Kanäle zu liefern. Noch einmal kein Mäster wird verstehen wenn für zurückgestellte Kälber Abzüge gemacht werden.
Auch bei Tränkern bestimmt Angebot und Nachfrage den Preis, zwar wurde für Tränker der AA Klasse Kuhkalb wohl das ganze Jahr ein guter Preis bezahlt. Stierkälber der AA Klasse sind für Kalbermäster zu teuer und kommen somit in die Grossviehmast. Die Tränkerpreise sind auch sehr stark abhängig von den Abkalbungen der Milchkühe der Rückgang der Milchkühe wird somit auch die Tränkerpreise wieder anheben. Es wäre von unser Seite auch sehr Begrüßenswert wenn Kühe die sich zur Zucht nicht eignen und vor allem Rinder vermehrt mit M Stieren besamt würden, das würde bei den Bankkälbern die Qualität wieder erhöhen. Aber auch jeder Mäster sollt seine Kälber selber Beurteilen und bei Lieferungen in den Schlachthof, wenn er mit der Klassierung nicht zufrieden ist, sich nicht scheuen Einsprache zu erheben somit würde die Sensibilität der Klassierung erhöht.
Natürlich ist auch erfreulich dass die Schlachtungen bei Terra Suisse Kälbern noch erhöht werden, dies zeigt doch das Kalbfleisch gekauft wird, Finanzkriese hin oder her. Ich möchte aber die Verwerter und Abnehmer auffordern auch nach dem Neujahr also nach getätigtem Weihnachtsgeschäft im Bereich Kalbfleisch das gleich hohe Engagement weiterzuführen, und somit einen Preiszerfall zu verhindern den sonst würden viele Mäster vor die Tatsache gestellt aufzuhören oder in den finanziellen Ruin zu gehen. Und somit wäre in der ganzen sehr arg strapazierten Landwirtschaft ein weiteres mal die Kälbermäster die Verlierer.
Samuel Graber, Präsident SKMV
