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Archiv Marktkommentare

Spiele mit den Bankkälbern


 

Karin Gafner
SBV

(Bild: zVg)

 

Kommentar in der BauernZeitung vom 3. April 2009

Keine Schlachtviehkategorie zeigt ähnlich grosse Preisschwankungen wie die Bankkälber. Im ersten Quartal 2009 betrug die erreichte Preisspanne Fr. 2.79. Als Vergleich dazu: Die T3-Bankmuni schwankten um 38 Rp. Der Bankkälbermarkt verläuft dadurch unruhig, Spekulationen sind auf beiden Seiten an der Tagesordnung.

Beispielhaft dafür ist das Ostergeschäft. Die Nachfrage ist vor Ostern üblicherweise gut bis sehr gut. Bei einer derartigen Marktsituation mit Nachfrageüberhang sitzen die Produzenten am längeren Hebel und versuchen natürlich, das Beste herauszuholen. Wer mit der gefragten Ware beliefert werden will, muss den entsprechenden Preis bezahlen. Die Preise steigen darum an, dieses Jahr um insgesamt 80 Rp. in den Wochen 11 bis 13.

Sobald der grösste Teil der Osterschlachtungen gemacht sind, sinkt die Nachfrage jeweils wieder. Wenn wie dieses Jahr der Markt nicht abgeräumt ist, kommt es zu einem Überangebot. Nun haben die Abnehmer die besseren Karten. Sie sind nicht mehr auf die Ware angewiesen und können dementsprechend versuchen möglichst günstig einzukaufen. Die Preise kommen unter Druck und sind auf die laufende Woche 14 um 40 Rp. zurückgegangen.

Dieses Preisspiel ist nicht neu, war aber in diesem Jahr sehr ausgeprägte zu beobachten. Innerhalb von zwei Wochen hüpften die Preise also auf 13.74 und fallen nun voraussichtlich wieder auf gegen Fr. 13.00. Das Vorgehen der Marktpartner ist dabei durchaus nachvollziehbar hüben wie drüben. Wir Produzenten haben für ein erstklassiges Produkt einen guten Preis verdient, doch auch die Abnehmer rechnen knallhart. Teure Lager machen sich nun mal nicht bezahlt. Schlussendlich muss die Rechnung für beide Seiten stimmen. Wieviel Spekulation der Markt längerfristig erträgt wird sich zeigen. Tatsache ist, dass die starken Preisschwankungen die Aufgabe für beide Seiten nicht einfacher machen. Es wird dadurch deutlich schwieriger, den Markt richtig vorauszusagen und den Wert der Tiere zu berechnen. Schlussendlich müssen aber beide Seiten damit Geld verdienen können, damit der Markt weiter funktioniert.

Karin Gafner, Schweizerischer Bauernverband

Schlachtviehpreise

Teaser
Schweine
3.80
 
Ferkel
5.00
 
QM MT T3
7.90
 
QM VK A3
5.50
 
QM KV T3
12.30
 
Tränker
4.50
 
Lämmer
10.60
 

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