Archiv Marktkommentare
2 kg mehr Fleisch je Kalb
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Hans Rüssli (Image: zVg) | |
Kommentar in der Bauernzeitung vom 2. Oktober 2009
Der Spruch «Wenn die Zwetschgen blauen bekommen die Kälber goldene Klauen» ging auch dieses Jahr in Erfüllung, wenn auch ziemlich spät.
Der Preisanstieg begann auf sehr tiefem Niveau (Fr. 11.62 je kg Schlachtgewicht SG für Qualität T3) zwar schon im Juli. Aber die Erholung läuft zähe, denn in der laufenden Woche gelten die Kälber erst Fr. 13.70 je kg SG. Zum Vergleich: Letztes Jahr begann der sommerliche Preisanstieg bei Fr. 13.65, also etwa auf dem Niveau, das wir jetzt erreicht haben. Und vor einem Jahr lagen die Kälberpreise bei Fr. 15.60, also fast 2 Fr. höher.
Die bisherige Anzahl von 163 301 Stück geschlachteter Kälber ist fast genau gleich gross wie vor einem Jahr. Jedoch liegt im laufenden Jahr das durchschnittliche Gewicht je geschlachtetes Kalb laut Proviande bei 124 kg, das wäre 2 kg mehr je Kalb als letztes Jahr.
Es kann trotzdem nicht behauptet werden, dass die Bankkälber zu schwer in den Schlachthof kommen. Im Gegenteil, die Bankkälber weisen jetzt im Durchschnitt normale Schlachtgewichte auf. Jedoch letztes Jahr waren die durchschnittlichen Gewichte zu tief. Weil die Kälber sehr gefragt waren, wurden sie damals vorzeitig an die Schlachtbank geliefert. Wie es weiter geht im restlichen Jahr, hängt von verschiedenen Umständen ab.
Das Herbstwetter ist bis jetzt eindeutig zu sonnig und vizu warm für den Kalbfleisch-Konsum. Bei kühlerem und regnerischem Wetter wird in der Gastronomie mehr Kalb angeboten. Zudem wird das Wild im laufenden Herbst bedeutend billiger angeboten als in den Vorjahren. Aus Importen ist es reichlich im Angebot, während es in den Vorjahren nicht nur teuer, sondern sogar knapp war.
Die Kälber-Marktlage ist zurzeit uneinheitlich, aber knapp ausgeglichen. Qualität ist sehr wichtig beim Kalbfleisch. Deshalb ist es umso wichtiger, auch bei steigenden Preisen nur fertig ausgemästete Kälber anzubieten.
Hans Rüssli
