Praxis TIPP
Bienen beim Grasmähen schützen

- Kreiselmähwerk. Mähaufbereiter nach Möglichkeit ausschalten
© Agroscope Liebefeld-Posieux ALP
In blühenden Wiesen halten sich unzählige Insekten und Bienen auf. Beim Grasmähen sind die Bienen besonders gefährdet. Es gibt wirksame Tipps beim Mähen.
Der Aufbereiter ist das Problem
Das Mähen einer Wiese ist ein notwendiger, aber leider auch gravierender Eingriff für viele Kleinlebewesen, denn es werden viele Tiere verletzt oder getötet. Neue Untersuchungen der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART zeigen, dass Bienen in erster Linie durch den Aufbereiter und nicht durch das Mähwerk geschädigt werden. Die indirekten Auswirkungen des Mähens sind, dass den Tieren auf einen Schlag die Nahrungsgrundlage und der Lebensraum entzogen wird, was grossen Stress bedeutet. Diese Auswirkungen sind in einer vernetzten Landschaft weniger gravierend, da die Tiere weniger verletzt werden und Ersatzräume besiedeln können.
Ökoflächen schonend mähen
Die extensiven Wiesen, deren Zweck ja die Förderung von Pflanzen- und Tierarten ist, sollten wenn immer möglich schonend gemäht werden, also ohne Aufbereiter. Besonders schonend sind Mähwerke mit Messerbalken, was beispielsweise mit IP-SUISSE-Biodiversitätspunkten honoriert wird.
Tageszeit des Mähens ist entscheidend
Wiesen in voller Blüte, die viel Löwenzahn, Weissklee und weitere Blütenpflanzen enthalten, werden von den Honigbienen gerne besucht, um Nektar und Pollen zu
sammeln. Entscheidend ist der Zeitpunkt des Mähens, ob Bienen geschädigt werden oder nicht. Bienen haben ein träges Reaktionsverhalten beim Herannahen der Mähgeräte. Sie sind zu langsam und können nicht rechtzeitig auffliegen. Die technischen Möglichkeiten, die Bienen zum Beispiel mit einem Gebläse vor dem Mähwerk zu vertreiben, müssen zuerst noch entwickelt werden. Deshalb bleibt einzig die Wahl, ausserhalb des Bienenfluges zu mähen, also frühmorgens oder spätabends.
Tipps beim Mähen:
Schonung von Blütenbesuchern:
An schönen Tagen frühmorgens oder abends mähen. Bei mehr als 1 Biene pro m2 soll nicht gemäht werden (= mehr als 10'000 Bienen pro Hektare).
Wenn möglich auf den Aufbereiter verzichten: In Ökowiesen ganz darauf verzichten, aber auch in intensiven Wiesen kann im Sommer gelegentlich darauf verzichtet werden: Bei hohen Temperaturen und leichtem Wind trocknet das Futter so schnell, dass es beim Einbringen für’s Silieren schon wenige Stunden nach dem Mähen einen zu hohen TS-Gehalt hat.
Schonung von weiteren Lebewesen ökologischer Ausgleichsflächen:
Vorbeugende Massnahmen wie Verblenden oder Aufspüren: Nützt Rehkitzen und Feldhasen.
Möglichst hoher Schnitt: Nützt bodennah lebenden Kleintieren, Fröschen und Eidechsen.
Messerbalkenmähwerke einsetzen, da Rotationsmähwerke und Schlegelmulchgeräte einen Sog erzeugen: Nützt vielen flugtüchtigen Kleintieren, aber auch Heuschrecken und Raupen in der Krautschicht.
Von innen nach aussen mähen, damit die Tiere eine Fluchtmöglichkeit haben: Nützt zum Beispiel bodenbrütenden Vögeln. Bei ihnen können sich die Verluste bei Jungvögeln von 40 auf 7 Prozent verringern.
Nicht alle Flächen zur selben Zeit mähen oder einzelne Streifen stehenlassen, wohin sich die aufgescheuchten Tiere zurückziehen können. Von dort können sie die gemähten Flächen wieder besiedeln, sobald diese nachgewachsen sind.

Visitenkarte
Daniel Nyfeler
Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg
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